Willkommen auf meinem Blog

Schön, dass du zu mir gefunden hast!

Auf diesem Blog geht es um den achtsamen und respektvollen Umgang mit Pferden.
Ich veröffentliche Artikel zu Themen wie Bodenarbeit, gebisslosem Reiten, alternativen Methoden, Haltung und Pflege, Therapeutischem Reiten und zu vielem mehr.
Es ist mir wichtig zu sagen, dass ich mich nicht als Expertin auf diesen Gebieten sehe und keine Fachartikel schreiben werde. Ich möchte diesen Blog nutzen um einige meiner Gedanken und etwas von meinem subjektiven Wissen weiterzugeben. Ebenfalls möchte ich mein Wissen stetig erweitern und ihr könnt mich auf diesem Weg begleiten. Für mich geht es im Umgang mit Pferden um das lebenslange Weiterlernen.
Solltest du Fragen, Themenwünsche oder Kritik haben, kannst du mich gerne kontaktieren. Ich würde mich freuen auf diesem Weg ein paar weitere achtsame Pferdefreunde kennenzulernen!

Nun wünsche ich dir viel Spaß beim Stöbern!
Jule

0

Tipp: Westernreiten Onlineserie

Hallo ihr Lieben,

Heute möchte ich euch auf eine tolle Westernreiten Onlineserie auf Youtube hinweisen.
Serenity Horses veröffentlicht regelmäßig Videos zum Thema Westernreiten, in denen sie sehr präzise erklärt und aus verschiedenen Perspektiven filmt. Ich finde es gelingt ihr sehr gut, das wesentliche einzufangen und hierbei trotzdem verständlich zu bleiben und nicht zu kompliziert zu werden. Die Videos sind wirklich empfehlenswert, für (Wieder-)Einsteiger ist es eine tolle Vorbereitung auf die Reitstunde und für Fortgeschrittene stellen diese Videos sicherlich eine gute Wiederholung und einen Anreiz zum Überprüfen der eigenen Hilfengebung dar.
Die Videos reichen von den Basics wie Anhalten und Losreiten über Seitwärts bis hin zur Vorbereitung eines Rollback!

Hier mal ein Beispielvideo zum Thema Seitwärts gehen:

Die komplette Videoserie „Lets Ride“ von Serenity Horses findet ihr hier: Serenity Horses – Training

Nun also viel Spaß beim Anschauen und Lernen!
Jule

Buchtipp: Mark Rashid – Denn Pferde Lügen Nicht

20160723_145552 Als ich mir das Buch „Denn Pferde lügen nicht“ von Mark Rashid bestellt habe, war ich voller Hoffnung auf seitenweise Tipps und Tricks, wie man achtsam mit seinem Pferd umgehen kann. Als es dann schließlich da war, habe ich mich erstmal gewundert, als ich es auspackte und das Gefühl hatte, einen Roman in der Hand zu halten. Seitenweise Geschichten und hier und da mal ein gezeichnetes Bild.
Es war eineutig nicht geeignet um mal schnell etwas nachzublättern und die Lösung schlechthin zu finden und so machte ich mich dann in aller Ruhe ans Lesen… und hörte nicht mehr auf! Ich war so gefesselt von den Geschichten von Mark Rashid, dass das Buch schneller durchgelesen war, als jedes meiner Pferdebücher zuvor! Die Geschichten die er schreibt, handeln von seinen pferdigen Erfahrungen. Von seiner Kindheit als kleiner Junge, der regelmäßig einen alten Mann auf seiner Ranch besuchte und diesem bei der Arbeit mit den Pferden half. Von seinem Erwachsenenleben, als Trainer, Trailführer und ähnlichem. Es geht viel darum, dass eigene Verhalten zu reflektieren und den Blickwinkel der Pferde einzunehmen. Es steckt unglaublich viel Wissen über den Umgang mit Pferden in diesen Geschichten. Ich kann euch sagen, aus keinem anderen Pferdebuch habe ich bislang so viel mitgenommen wie aus diesem!
Also nein – es ist kein Buch, das man aufblättern und schnelle Tipps bekommen kann. Für mich ist es viel mehr: Es ist ein Buch, welches dir langfristiges Wissen liefert, zum Nachdenken anregt und eine empathische Grundhaltung dem Pferd gegenüber vermittelt.
Seither ist „Denn Pferde lügen nicht“ mein absolutes Lieblingsbuch, dass ich oft verleihe und eigentlich jedem Pferdemenschen weiterempfehle. Die Investition lohnt sich!

Viel Spaß beim Schmöckern,
Jule


Interessantes zu Mark Rashid:

0

Mit Pferden flüstern? – Meine Gedanken

horse-1130195_640

In diesem Artikel geht es um das teils belächelte, teils bestaunte Phänomen der „Pferdeflüsterer“.
Ich gebe hier meine subjektive Meinung zu diesem Thema preis und kein wissenschaftlich fundiertes Wissen. Es geht in diesem Artikel nicht um das Korrigieren sogenannter „Problempferde“, sondern schlicht um das, was ich unter „Pferdeflüstern“ im alltäglichen Umgang mit dem eigenen Pferd verstehe.

Meiner Meinung nach ist es ist das Zuhören, das behutsame Wahrnehmen seiner Umwelt, das sensible Einwirken auf das Pferd, was einen zum „Pferdeflüsterer“ macht. Es ist eine Haltungssache, vielleicht geht es einfach darum, an das Gute in jedem Pferd zu glauben.Vertraut euren Pferden und respektiert sie. Glaubt ihnen, nehmt sie ernst.
Pferde können nicht Lügen.

Pferde kommunizieren mit kleinsten Gesten und es ist unsere Aufgabe, diese verstehen zu lernen. Wir müssen achtsam sein, wenn wir mit unseren Pferden arbeiten. (Mehr zum Thema Achtsamkeit im Umgang mit dem Pferd HIER) Wir müssen lernen die Stimmung unserer Pferde zu deuten, zu erkennen wenn sie Unbehagen, Schmerz o.ä. empfinden. Nur wenn wir achtsam auf ihre Bedürfnisse eingehen, lernen unsere Pferde, dass wir verstehen was sie „flüstern“, dass wir ihnen zuhören. Mit einem verständnisvollen, empathischen Umgang können wir das Vertrauen zu unseren Pferden stärken. Pferde sind Fluchttiere, sie brauchen Vertrauen um sich sicher zu fühlen, sie müssen wissen, dass wir beschützende Partner sind. Ebenso wichtig wie Verständnis und Empathie ist Konsequenz im Verhalten, also nicht „heute so morgen anders“. Wir müssen klar sein. So werden wir vorhersehbarer und unsere Pferde können besser verstehen, was wir uns von ihnen wünschen.
Wenn unsere Pferde einmal nicht tun, was wir uns von ihnen wünschen, könnte es sein, dass wir uns nicht klar ausgedrückt haben. Es können kleine, mikroskopische Fehler unsererseits sein, die zu Missverständnissen führen. Ebenso wie Pferde sehr feine Gesten nutzen, nehmen sie auch an uns sehr feine Gesten und Bewegungen wahr. Es ist unbedingt notwendig, dass ihr mögliche Fehler bei euch sucht, hinterfragt euer Verhalten bis ins kleinste Detail. (Wenn euch das schwer fällt, sucht euch jemanden, der euch beobachtet und euch beim reflektieren hilft, oder filmt euch selbst und versucht das Videomaterial möglichst objektiv auszuwerten.) Ein Blick unsererseits in die falsche Richtung, das neigen unseres Oberkörpers uvm. können falsche Signale senden. Machen unsere Pferde nicht, was wir uns von ihnen wünschen, haben sie uns wahrscheinlich nicht richtig verstanden. Vielleicht haben wir nicht exakt erklärt, was wir erwarten, oder aber nicht kleinschrittig und geduldig genug. Vielleicht ist uns auch entgangen, dass in der Umgebung eine große Ablenkung herrscht und wir an einem ruhigeren Ort viel besser hätten üben können. Pferde machen nicht mit Absicht „Fehler“ und ich bin davon überzeugt, dass man alles ohne Strafen erreichen kann. In meinen Augen versucht ein „Pferdeflüsterer“ dem Pferd die Welt so zu erklären, dass es diese begreifen kann und berücksichtigt die Gefühle und Signale des Pferdes bei der Arbeit. Es geht um Vertrauen, Verständnis, Geduld und es geht um Respekt. Und hier meine ich den Respekt des Menschen dem Pferd gegenüber! Im Internet und in unterschiedlicher Literatur geht es sehr oft um den Respekt, den das Pferd dem Menschen gegenüber zeigen soll und es werden die unterschiedlichsten „Anleitungen“ zum Erreichen dieses Respekts angeboten. Aber vergesst bitte nicht, dass auch ihr eurem Pferd mit Respekt begegnen solltet!

Liebe Grüße,
Jule



Interessantes zum Thema Pferdeflüstern:

 Interessantes zum Thema Respekt:

2

Die Suche nach dem Sinn der Laden

laden

Laden nennt man die zahnfreien Abstände zwischen den Schneide- und den Backenzähnen in einem Pferdegebiss – ebenso wie in allen anderen Pflanzenfressergebissen auch. Den meisten werden die Laden als der Freiraum im Maul bekannt sein, in den das Gebissstück gelegt wird – stimmt auch.

Aber habt ihr euch schonmal Gedanken darüber gemacht, weshalb ein Pferd diesen zahnlosen Zwischenraum überhaupt hat?

Ich habe mir darüber den Kopf zerbrochen und versucht es herauszufinden, aber das war eine ziemlich mühsame Suche, von der ich euch berichten möchte. Versteht mich nicht falsch, ich stelle die Sinnigkeit der Anatomie des Pferdemauls nicht in Frage. Jedoch möchte ich es besser verstehen und nachvollziehen können. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich kein tiermedizinisches Fachwissen habe und somit wird dies kein Fachartikel, dieser Artikel versucht in einfachen Worten zu beschreiben, was ich bei meiner Suche für Informationen gefunden habe.
Angefangen habe ich mit dem Recherchieren im Internet. Sämtliche Pferdezahnärzte beschreiben sehr detailiert die Anzahl und Einteilung der verschiedenen Zähne im Pferdemaul und auch, dass es da eine Lücke gibt – aber der Grund für diese Lücke wird nie beschrieben. Neben hoffnungsschmälernden Zahnarztseiten traf ich dann immer wieder auf aberwitzige Kommentare wie „Das ist so, weil da das Trensgebiss reingehört.“ Ich hoffe mal darüber, dass dies nicht der Fall ist, sind wir uns alle einig.
Meine Suche ging dann weiter und ich blätterte mich durch das unglaublich dicke Biobuch eines befreundeten Biologiestudenten. Nagut, es waren ein Bild eines Pflanzenfresser-, eines Fleischfresser- und eines Allesfressergebisses abgebildet. Aber es stand nicht dabei, warum sie so aussehen, wie sie aussehen. Weiter zum nächsten Bekannten:  Veterinätmedizin-Student. Wir wälzten zwei seiner Anatomiebücher, ohne eine Antwort auf meine Frage. Überall fand man die Information, dass die Laden existieren, aber keiner wollte erklären, weshalb das so ist. Immerhin, wir fanden den lateinischen Fachbegriff heraus: „Margo interalveolaris“, was so viel bedeutet wie Zwischenraum. Mit diesem schicken Begriff fing dann also wieder das Googlen an, was uns zum nächsten Fachbegriff brachte, diesmal altgriechisch: „Diastema“, was ebenfalls Zwischenraum bedeutet und mir endlich eine Antwort brachte:

„Die Funktion des Diastems der Huftiere ist nicht genau geklärt. Unter anderem wird eine größere Bewegungsfreiheit der Zunge beim Weiterreichen der Nahrung von den Schneidezähnen zu den Backenzähnen bzw. generell bei der Manipulation der Nahrung im Mundraum angeführt. Ein anderer Erklärungsansatz besagt, dass das Diastem eher ein Ausdruck der nachlassenden Hebelwirkung mit zunehmender Länge des Hebelarms ist: Weil Mahlzähne relativ hohe metabolische Kosten verursachen, wäre bei langen Schädeln bzw. Kiefern eine Mahlfläche, die bis zu den Schneidezähnen reicht, unökonomisch.“ (Wikipedia)

Die Manipulation der Nahrung meint, das Verschieben z.B. quer liegender Halme, das mundgerecht Formen des Grasklumpens. Denn Pferde nehmen, wie ihr wisst viel Gras auf einmal auf und beißen bereits neue Halme ab, wenn die vorherigen noch nicht geschluckt sind. Es ist also erforderlich für eine gewisse „Ordnung“ im Mundraum zu sorgen und hierfür braucht es Platz.
Die ökonomisch eingesetzte Hebelwirkung möchte ich euch an dem folgenden Bild einer Schere verdeutlichen. Schneidet ihr ein dickes Stück Pappe und legt es an Position 1 an, braucht ihr viel Kraft und Mühe. Legt ihr das Stück Pappe aber an Position 2 an, so braucht ihr weniger Kraft und die Schere gleitet deutlich leichter durch die Pappe. Somit benötigt das Pferd weniger Kraft, wenn es die zu zermahlende Nahrung weiter hinten, nahe am Kifergelenkt kaut. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass die Backenzähne weiter hintern im Maul liegen.

hebelwirkung

Weiterhin fand ich heraus, dass die Laden ein sehr empfindlicher Bereich im Pferdemaul sind. Es liegt nur eine sehr dünne Schleimhautschicht über dem scharfen Kieferknochen. Die Laden sind nicht durch das Zurückbilden von Zähnen entstanden: Die Backenzähne sind durch die evolotionäre Veränderung des Pferdes nach hinten gewandert.
Eine endgültige Antwort über den Sinn der Laden habe ich nicht gefunden. Allerdings ist klar geworden, dass sie aus einem bestimmten Grund entstanden sind. Sie erfüllen eine Funktion, die bisher noch nicht ausreichend erforscht zu sein scheint.
Mit diesem Artikel möchte ich euch animieren über den Tellerrand zu schauen. Nur weil etwas „einfach da ist“, „schon immer so war“, oder weil „das alle anderen auch so machen“ ist es nicht richtig zu Handeln ohne Nachzudenken. Was heißt das im Bezug auf die Laden? – Ich weiß, sie haben einen Sinn und ich weiß, sie sind empfindlich. Auch wenn ich ihre Funktion nicht komplett aufklären konnte, möchte ich auch mit diesem kleinen, unscheinbaren Körperteil des Pferdes achtsam umgehen. Achtsamkeit bedeutet hier für mich, mir nach und nach Wissen anzueignen und auch kleine Körperteile wahrzunehmen und kennen zu lernen und für mich persönlich fiel schon vor langem der Entschluss gebisslos zu reiten.

Alles Liebe,
Jule


Interessantes zum Thema Pferdemaul:

2

Filmtipp: Doku – Der Weg des Pferdes

Die erfolgreiche Pferdetrainerin Stormy May erzählt von ihrem persönlichen Weg mit Pferden und wie sie an einen Wendepunkt kam: „an dem ich erkannte, dass ich irgendwo vom Kurs abgekommen war. […] Ich konnte meinen Schülern beibringen ihre Pferde zu kontrollieren, aber etwas ging in diesem Prozess verloren. […] Was war aus der Schönheit, der Würde und der Freiheit der Pferde geworden?“ (ebd.)
Stormy May beendet ihre Karriere als Trainerin, schmeißt alles hin, macht sich auf die Suche zurück zu ihrer früheren Verbundenheit zu Pferden und trifft auf diesem Weg einige interessante Pferdemenschen: Mark Rashid, Carolyn Resnick, Linda Kohanov, Klaus Ferdinant Hempfling und Alexander Nevzorov. Die Dokumentation ist auf Englisch (Originaltitel: „The Path of the Horse“), hat aber einen gut lesbaren deutschen Untertitel. Sie regt zum Nachdenken an und ich finde sie sehr spannend. „Der Weg des Pferdes“ bietet ein interessantes Sammelsurium an Interviews zum Thema Respekt, Einfühlungsvermögen, die Unversehrtheit sowie die Verbundenheit zum Pferd und liefert Impulse um sich eigene Gedanken zu machen.

Viel Freude & Inspiration beim Ansehen!
Jule

3

Was ist Achtsamkeit?

achtsam.jpg

… und was hat das mit Pferden zu tun?

Mein erster Artikel auf diesem Blog soll sich mit dem Thema Achtsamkeit beschäftigen. Ich möchte hier den Titel des Blogs aufgreifen und kurz beschreiben, was Achtsamkeit für mich persönlich bedeutet und welche Rolle sie meiner Meinung nach im Umgang mit Pferden spielt.

Achtsamkeit ist kein Synomym für Konzentration oder Aufmerksamkeit. Es geht um das bewusste Erleben des Hier und Jetzt. Um euch hierzu eine umfangreiche Definition geben zu können, habe ich ein bisschen recherchiert und auf der Homepage des Deutschen Fachzentrums für Achtsamkeit eine ganz schöne und verständliche gefunden:

Achtsamkeit ist eine Qualität des menschlichen Bewusstseins, eine besondere Form von Aufmerksamkeit. Es handelt sich dabei um einen klaren Bewusstseinszustand, der es erlaubt, jede innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei zu registrieren und zuzulassen. Mit zunehmender Achtsamkeit reduzieren sich gewohnheitsmäßige automatische und unbewusste Reaktionen auf das gegenwärtige Erleben, was zu einem hohen Maß an situationsadäquatem, authentischem und selbstbewusstem Handeln führt.“ (ebd.)

Es geht also um eine umfangreichere Aufmerksamkeit, welche sich parallel auf die Umgebung, wie auch auf das eigene Innere richtet. Die Wahrnehmung konzentriert sich auf das Hier und Jetzt. Es ist das Fokussieren auf die unmittelbare Gegenwart und damit einhergehend die Möglichkeit offen und aufnahmefähig für das sein zu können, was einen umgibt und gleichzeitig eingefahrene Reaktionsmuster zu hinterfragen und zu verändern.

Für mich bedeutet Achtsamkeit im Bezug auf den Umgang mit Pferden, möglichst fokussiert und konzentriert bei der Sache zu sein. Hierbei empfänglich für jegliche Signale meines Pferdes zu sein und gleichzeitig zu spüren, welches Gefühl mich ausfüllt. Ich sollte erkennen können, welche emotionalen Signale ich sende, da diese auf das Pferd einwirken können. Wenn wir ruhig sind, werden auch unsere Pferde ruhig, sind wir aufgeregt, werden unsere Pferde unruhig. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen Pferd und Mensch, die sich im besten Falle zu einer Symbiose entwickeln kann.
Das klingt für manch einen vielleicht etwas zu esoterisch, aber eigentlich ist es das gar nicht: Es steht fest, das Pferde auf emotionaler Ebene ganz viel aufnehmen.  Nicht umsonst sagte meine Reitlehrerin früher immer zu uns „Atmet ruhig, habt keine Angst, denn diese Gefühle übernimmt sonst auch euer Pferd.“ Pferde in freier Wildbahn sind darauf angewiesen schnell und klar wahrzunehmen, wenn ein anderes Pferd Angst empfindet, da dies für die gesamte Herde ein Indiz für Gefahr sein kann.
Verhalte ich mich achtsam, nehme ich viel mehr um mich herum wahr, kann kleine Signale meines Pferdes erkennen und darauf eingehen. Neben meinem Pferd, nehme ich aber auch meine Umwelt aufmerksam wahr und erkenne so, was mein Pferd gerade beschäftigen, ablenken oder ängstigen könnte. Besonders hervorheben möchte ich aus dem oben genannten Zitat an dieser Stelle das vorurteilsfreie Wahrnhemen, für mich einhergehend mit einem vorurteilsfreien Reagieren. Achtsamkeit im Umgang mit Pferden bedeutet für mich ruhig und bedacht zu reagieren, also sich Zeit für eine angemessene Reaktion zu nehmen und nicht vorschnell oder gestresst – und damit evtl unverständlich oder unangenehm – zu handeln.

Für mich ist Achtsamkeit mit Ruhe, Respekt und Empathie verbunden. Gehe ich achtsam mit anderen Lebewesen um, geht dies damit einher sie zu respektieren und ihnen empathisch zu begegnen. Für all das brauche ich eine gewisse innere Ausgeglichenheit, denn ist der eigene Kopf zu „laut“, schwirrt einem der nächste Termin, die Einkaufsliste und die noch zu bezahlenden Rechnungen durch den Kopf, kommt man nicht zur Ruhe. Dies kann zum einen das Pferd beunruhigen und zum anderen dazu führen, dass wir so manches Signal übersehen. Und für mich ist es wichtig möglichst viel von dem mitzubekommen, was mein Pferd mitteilt, denn ich will, dass es mir vertraut und dass es sich sicher sein kann, dass ich es verstehe.

Das was ich euch in diesem Artikel beschreibe, ist meine subjektive Interpretation von Achtsamkeit im Umgang mit Pferden. Ich bin auf dem Weg, dieses Ziel zu verfolgen und lerne selbst Tag für Tag dazu.

Alles Liebe,
Jule


Interessantes zum Thema Achtsamkeit im Umgang mit Pferden: