Willkommen auf meinem Blog

Schön, dass du zu mir gefunden hast!

Auf diesem Blog geht es um den achtsamen und respektvollen Umgang mit Pferden.
Ich veröffentliche Artikel zu Themen wie Bodenarbeit, gebisslosem Reiten, alternativen Methoden, Haltung und Pflege, Therapeutischem Reiten und zu vielem mehr.
Es ist mir wichtig zu sagen, dass ich mich nicht als Expertin auf diesen Gebieten sehe und keine Fachartikel schreiben werde. Ich möchte diesen Blog nutzen um einige meiner Gedanken und etwas von meinem subjektiven Wissen weiterzugeben. Ebenfalls möchte ich mein Wissen stetig erweitern und ihr könnt mich auf diesem Weg begleiten. Für mich geht es im Umgang mit Pferden um das lebenslange Weiterlernen.
Solltest du Fragen, Themenwünsche oder Kritik haben, kannst du mich gerne kontaktieren. Ich würde mich freuen auf diesem Weg ein paar weitere achtsame Pferdefreunde kennenzulernen!

Nun wünsche ich dir viel Spaß beim Stöbern!
Jule

Kritisches zum Reiten mit Gebiss

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In diesem Artikel geht es um die Kritik an der Wirkung von Gebissstücken im Pferdemaul. Ich finde es sehr wichtig und zugleich sehr schwierig, hierüber zu schreiben. Wichtig ist es mir, da ich überzeugt davon bin, dass ein Gebiss (falsch verwendet) zu Schmerzen führen kann; schwierig finde ich es, da ich nicht selbst forschen kann und die Informationen hierüber kreuz und quer verstreut sind.
Dieser Artikel befasst sich mit den negativen Wirkungen von Gebissstücken. Es handelt sich um einen Beitrag, der verschiedenste Informationen zu diesem Thema sammelt und hier kompakt vorstellt. Ich finde, es ist wichtig alle Einwände zu kennen und sich daraufhin für oder gegen ein Gebissstück zu entscheiden.
(Die Quellen zu den unten genannten Informationen findet ihr am Ende des Artikels.)

Zur Lage des Gebissstücks
Das Gebissstück liegt im Pferdemaul auf den Laden und der Zunge auf und es ist durch das Zaumzeug so positioniert, dass es in den Maulwinkeln anliegt. Womit wir zur ersten Schwierigkeit kommen: In der Mundhöhle des Pferdes ist laut Forschungsergebnissen der Tierärztlichen Hochschule Hannover grundsätzlich kein Platz für ein Gebissstück (vgl. Käsmayr). Das Maul eines Pferdes ist, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, sehr klein. In einem Pferdemaul befinden sich 36 – 44 Zähne und die Zunge füllt die Mundhöhle vollständig aus (vgl. Uhlig).

Zur Wirkung von Gebissstücken
Die Wirkung der Gebissstücke kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Wusstet ihr zum Beispiel, dass auch die Größe der Gebissringe die Wirkung des Gebissstücks beeinflusst? Sind die Ringe eher groß, entsteht durch das Anziehen der Zügel ein stärkerer Druck. Die Zügel im Ring werden beim Anziehen stärker nach oben gezogen, als bei kleineren Ringen. Ein weiterer Faktor, der die Wirkung beeinflusst, ist die Dicke des Gebissstückes. Schmale Gebissstücke sind schärfer und können schneller zu Druckschmerzen führen: Ähnlich ist es, wenn ihr eine schwere Einkaufstasche mit sehr dünnen Henkeln in der Hand tragt. Je dünner die Henkel, desto schmerzhafter. Achtung! Dickere Gebissstücke sind nicht grundsätzlich angenehmer: Dicke Gebissstücke drücken schneller auf die Zunge und den Gaumen, da sie mehr Platz einnehmen (vgl. Tier Natur Zentrum). Die am häufigsten genutzten Gebissstücke sind wohl die einfach gebrochenen. Allerdings haben sie den Nachteil, dass sie sich beim Anziehen der Zügel in der Mitte, dort wo die „Bruchstelle“ ist spitz nach oben zeigen und schmerzhaft in den Gaumen drücken können. Dies ist der Grund, aus dem einige Reiter die ich kenne lieber doppelt gebrochene Gebissstücke verwenden. Hier hat man nicht den schmerzhaften Druck im Gaumen, dafür lagert das Gebiss den Druck, mehr als das einfach gebrochene, auf den empfindlichen Laden ab. Sicherlich varriiert der Druck mit der eingesetzten Kraft der Reiterhand, aber auch bei einer sogenannten weichen Hand, kann das Gebissstück für das Pferd unangenehm sein.

Zu möglichen Schmerzen durch Gebissstücke
Mögliche Schmerzen, die das Gebissstück im Pferdemaul hervorrufen kann, sind:

  • Druck auf den Gaumen – bis hin zu Hämatomen und aufgeriebenen Stellen.
  • Druck auf die Laden – bis hin zu akuten oder chronischen Entzündungen des Zahnfleisches.
  • Druck auf die Maulwinkel – bis hin zu wunden Stellen und feinen Rissen.
  • Druck auf die Zunge – bis hin zu Hämatomen, Blutstaus und Taubheit der Zunge führen kann.
    (vgl. Uhlig)

Es ist falsch zu denken bei einem großen Tier bräuchte man große Kraft. Gebisse wirken in einem sehr kleinen Bereich des Pferdekopfes. Im Pferdemaul befinden sich sehr viele Nerven. Laut dem forensisch-medizinischen Labor in St. Petersburg haben fast alle Pferde, die mit Gebissstück geritten wurden eine Verletzung von Knochenhaut und Unterkieferknochen (vgl. Käsmayr). Laut Monika Lehmenkühler haben 100% der Pferde Probleme mit dem Gebissstück. Sie beschreibt, dass es zu Blockaden im Kiefer, die sich bis in die Lendenwirbel fortsetzen, und auch zu Koliken führen kann. Der Fremdkörper im Maul verändert die Speichelkomposition (Monika Lehmenkühler zitiert nach Käsmayr).

„Versuchen Sie doch einmal mit einem Teelöffel im Mund zu joggen. Man bekommt dabei nur sehr schwer Luft. Pferde haben mit Gebiss im Maul dasselbe Problem“ (Monika Lehmenkühler zitiert nach Käsmayr).

Zu möglichen Anzeichen von Schmerzen
Hier ist es absolut wesentlich zu betonen, dass Pferde keinen Schmerzensschrei haben. Sie können uns nur still signalisieren, wenn ihnen etwas Schmerzen bereitet. Mögliche Anzeichen des Pferdes für Schmerz durch das Gebissstück können zum Beispiel sein: Festbeißen auf dem Gebiss, auf das Gebiss legen, die Zunge über das Gebiss legen, das Maul öffnen, den Kopf schütteln.
Übrigens: Um das Öffnen des Mauls zu verhindern wird leider häufig der Sperrriemen eingesetzt, was dem Reiter ermöglicht, ungehindert Schmerz auf das Maul des Pferdes auszuüben und das Pferd daran hindert, diesem auszuweichen! –> Petition zur Einführung eines einheitlichen Mess-Systems zur Kontrolle von Sperr- und Nasenriemen

Manchmal zeigen Pferde einem ihren Unmut über das Gebissstück bereits, indem sie es sich ungern oder gar nicht ins Maul legen lassen. Auch Buckeln, Steigen oder Durchgehen können durch ein schmerzlich eingesetztes Gebissstück verursacht werden, denn es sind die letzten Möglichkeiten, die ein Pferd hat um sich zu wehren (Käsmayr).

„[Viele Reiter wollen nicht] aufs Gebiss verzichten. Denn mit ihm gibt man auch gleichzeitig seine ‚Notbremse‘ auf. Grundsätzlich korrekt. Doch auch dieses Schwert ist zweischneidig: Andersherum lösen durch das Gebiss verursachte Schmerzen oft gerade ein Durchgehen oder Steigen aus, das ohne ängstliches ‚Am-Zügel-Reißen‘ ausgeblieben wäre“ (Käsmayr).

Meiner Meinung nach gehört auf ein Gebiss einfach kein Zug. Ich persönlich finde der Druck auf der Zunge, dem Gaumen, den Laden und in den Maulwinkeln sollte umgangen werden und das geht vermutlich am besten mit Impulsreiterei oder schlichtweg ohne Gebiss.
Ich habe für mich das Fazit gezogen, dass ich gebisslos reite.

„Einen guten Horseman erkennt man nicht an den Hilfsmitteln, die er benutzt, sondern an den Hilfsmitteln, die er nicht benutzt“ (Pat Parelli).

Alles Liebe,
Jule


Quellen:


Interessantes zum Thema Wirkung verschiedener Gebissstücke:

Interessantes zum Thema Wirkung von gebisslosen Zäumungen:

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Liebster-Award

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Ich wurde schon vor einiger Zeit von Melanie vom Blog eselliebelei für den Liebster-Award nominiert – liebe Melanie, vielen Dank dafür! In diesem Award geht es darum, neue Blogs kennenzulernen. Ich bekam 11 Fragen gestellt, die ich hier für Euch beantworte. Anschließend nominiere ich einen weiteren Blog und stelle ebenfalls 11 Fragen! Ich habe mich riesig über die Nominierung gefreut, leider fehlte mir bisher die Zeit, mich den Fragen zu widmen. Nun ist es endlich soweit:

  1. Was treibt dich an, diesen Blog zu schreiben?
    Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem achtsamen Umgang mit Pferden und immer mehr kam mir der Wunsch, mich dahingehend mit anderen Menschen auszutauschen und neues zu lernen. Anfangs hatte ich das Gefühl, mit meiner Haltung eher alleine dazustehen, doch mittlerweile habe ich immer mehr Menschen getroffen und kennengelernt, die genauso denken wie ich. Das finde ich wunderschön.
  2. Welches Thema liegt dir besonders am Herzen?
    Besonders wichtig ist für mich das Thema Vertrauen. Ich habe in den letzten Jahren gemerkt, dass viele Menschen, die mein Leben berührten ein enormes Misstrauen ihren Mitmenschen gegenüber hegten. Dieses Misstrauen entdeckte ich ebenso im Umgang mit Tieren. Mein Wunsch ist, dass die Menschen lernen, ihren Tieren zu vertrauen. Pferde und auch Tiere im allgemeinen sind für mich die vertrauenswürdigsten und ehrlichsten Wesen. Sie kennen es nicht, zu lügen. Sie zeigen uns immer ihre wahrhaftigen Empfindungen und dies ist für mich der Grund den Pferden mit denen ich arbeite mein volles Vertrauen zu schenken und ihnen zu glauben.
  3. Hast du ein Lieblingsbuch oder einen Lieblingsfilm?
    Mein absolutes Lieblingsbuch ist „Denn Pferde Lügen nicht“ von Mark Rashid, ich habe es auf meinem Blog bereits kurz vorgestellt. Es spiegelt meine Haltung und mein Streben nach Vertrauen sehr schön wider.
  4. Was ist dir beim Schreiben deiner Artikel wichtig?
    Mir ist wichtig, ehrlich zu schreiben was mich bewegt. Ich möchte meinen Blog als Sammlung meiner Gedanken und als meinen persönlichen Weg des immer weiter-Lernens nutzen. Ich möchte nicht nur über Dinge schreiben, in denen ich mich gut auskenne, sondern meine Leser*innen auch mitnehmen auf die Suche nach neuen Erfahrungen und neuem Wissen.
  5. Wie sieht deine Freizeitgestaltung aus?
    Da ich aktuell kein eigenes Pferd habe, findet meine Freizeit nur an 2-3 Tagen wöchentlich bei meiner Reitbeteiligung bzw. in meiner Reitschule statt. Diese Tage genieße ich sehr und fühle mich danach oft richtig befreit. An den anderen Tagen verbringe ich viel gemeinsame Zeit mit meinem Freund. Je nach Wetter am See, im Garten oder gemütlich im Wohnzimmer. Ich genieße auch die Zeit mit meinen Freund*innen und selten – aber manchmal setze ich mich hin und übe mich im Gitarre und Querflöte spielen oder Malen.
  6. Hat deine Leidenschaft auch etwas mit deinem Beruf zu tun?
    Ich bin Pädagogin und im nächsten Jahr beginne ich meine Ausbildung zur Reittherapeutin also ja, ich hoffe meine Leidenschaft zu Pferden sehr eng mit meinem Beruf verknüpfen zu können. Dies ist auch ein Thema, welches ich zukünftig gerne auf meinem Blog teilen möchte.
  7. Wo befindet sich dein Lieblingsplatz?
    Ich kann mich nicht für nur einen Lieblingsplatz entscheiden, an jedem Tag kann mein Lieblingsplatz ein anderer sein. Zum Beispiel der gemütliche Sessel im Lesezimmer, in dem ich Bücher wälze, oder aber die Weide meiner Reitbeteiligung. Dort kann ich total gut entspannen, einfach nur sitzen und den Pferden beim grasen und dösen zuschauen, hin und wieder kommt dann mal eines rüber und holt sich ein paar Streicheleinheiten ab. An manchen Tagen ist mein Lieblingsplatz auch mal mein Bett, oder aber ein schöner Platz in einem Café, von dem aus man den städtischen Trubel beobachten kann.
  8. Dein großer Traum?
    Mein großer Traum ist es, in einem gemütlichen Bauernhaus mit meinem Liebsten und unserer Zukunfts-Familie zu leben. Es wäre das Größte für mich, meinen Berufswunsch der Reittherapeutin mit mehreren Pferden und einem eigenen Padock Trail vor der Haustür zu verwirklichen …gerne auch in Gesellschaft von ein paar Kätzchen, Eselchen oder Schweinchen😉
  9. Gibt es etwas, das du unbedingt noch lernen möchtest?
    Mir fällt nichts konkretes ein, ich will am liebsten alles wissen, was es zum Thema Pferde zu wissen gibt😉 Also kurz gesagt, ich will einfach immer weiter Lernen!
  10. Wer oder was inspiriert dich?
    Ich versuche mich von verschiedenen Pferdemenschen inspirieren zu lassen: Mark Rashid, Fred Rai, Linda Tellington Jones, Gawani Ponyboy, meine frühere Reitlehrerin und meine heutige Reitlehrerin. Ich versuche von jedem das mitzunehmen, was mir zusagt und dass zurückzulassen, was sich nicht mit meinen Ansprüchen deckt. Weiterhin sind da natürlich die verschiedenen Pferde, die ich auf meinem Weg als Reiterin kennenlernen durfte. Einige von ihnen sind mir in besonders guter Erinnerung und haben mich in besonderer Weise inspiriert und gelehrt.
  11. Liest du Zeitschriften? Wenn ja, welche?
    Ich aboniere die „mensch & pferd international“, das ist eine Zeitschrift die sich mit Reittherapie beschäftigt. Ansonsten lese ich hin und wieder gerne die dm- Zeitschrift „alverde“ und die „flow“, eine bunte kreative Zeitschrift zum Abschalten!

So, nun habe ich alle Fragen beantwortet und möchte euch meine Nominierung nennen:

Silli vom Blog pferdig unterwegs! Ich kenne ihren Blog selbst erst seit kurzem und habe noch lange nicht all ihre Beiträge gelesen – bei ihr gibt es schon viele Artikel zum Stöbern. Ich möchte euch heute ihren Blog hier vorstellen, da sie als pferdeverrückte Heilerziehungspflegerin den gleichen Traum wie ich verfolgt – Reittherapeutin zu werden.

Meine 11 Fragen an Silli:

  1. Wie bist du zum Reiten gekommen?
  2. Wie würdest du deine Grundhaltung in der Arbeit mit Pferden beschreiben?
  3. Gab es in deinem Leben gewisse Aha-Erlebnisse, die diese Haltung besonders geprägt haben?
  4. Was möchtest du deinen Leser*innen mit deinem Blog besonders vermitteln?
  5. Wie entstand dein Berufswunsch der Reittherapeutin?
  6. Welche*n Buchautor*in hältst du für besonders empfehlenswert?
  7. Welches Land würdest du gerne mal bereisen?
  8. Welche Tiere haben es dir außer Pferden noch angetan und warum?
  9. Von wem würdest du dir gerne mal eine Scheibe abschneiden?
  10. Was müsste deiner Meinung nach noch erfunden werden, um die (Offen-)Stallarbeit zu erleichtern?
  11. Was machst du an einem freiem Tag?


Und so funktioniert’s:

  1. Erwähne und verlinke den nominierenden Blogger
  2. Integriere das Liebster Award – Logo
  3. beantworte die 11 Fragen der Person, die dich nominiert hat
  4. nominiere deinerseits Blogs, die weniger als 300 Follower haben
  5. stelle diesen Personen 11 neue Fragen
  6. Informiere die neuen nominierten Blogs + erwähne und verlinke sie in deinem Artikel

Liebe Silli, ich bin sehr gespannt auf deine Antworten und wünsche dir viel Spaß!

DIY – Sidepull

In diesem Artikel findet ihr eine Anleitung für ein selbstgemachtes Sidepull aus Biothane und Polypropylenschnur. Die Ideen hierfür habe ich durch verschiedene Sidepulls, die ich mir angeschaut habe gesammelt. Die Maße die ich verwende sind COB/VB

Für meine Variante des Sidepulls braucht ihr eine Lochzange, eine Schere, ein Feuerzeug, ein Maßband, Tesafilm, einen Schlitzschraubenzieher, Nadel und Faden, 2 Conwayschnallen, 2 Doppelstegschnallen, 4 Schlaufen, 4 Ringe, 6 Buchschrauben, ca. 3m Biothane und 3m Polypropylenschnur.
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Wir beginnen mit dem Nasenteil für das Sidepull, meines soll ca. 30cm lang werden. Ich habe mich entschieden 4-stränig zu flechten (Flechtanleitungen findet man gut in Youtube) und hier vorerst eine Flechtprobe gemacht und anhand dieser errechnet, um wieviel sich die Schnur beim flechten verkürzt. Ich benötige für jede der 4 Strähnen ca. 80 cm Schnur, schneide mir also 160cm hellblau und 160cm dunkelblau ab, lege die Bänder gleichmäßig durch 2 Ringe und erreiche so die 4 80cm langen Strähnen.
Beim Nasenteil ist es sehr wichtig, dass ihr auf die Dicke achtet. Dieses Sidepull hat z.B. ein eher schmales Nasenteil und muss achtsam genutzt werden! Bei ungeübteren Reitern rate ich zu einem breiteren Nasenteil!
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Ich fixiere die Ringe und die Schnüre mit Tesafilm, damit nichts verrutscht.
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Anschließend müssen die Schnüre gut vernäht werden. Fest genug, dass nichts schlackert, aber nicht zu fest, da die Ringe noch Bewegungsspielraum benötigen.
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Ist das Nasenband lang genug (in meinem Fall 30cm), wird alles gut vernäht.
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Damit rechts und links gleich viele Schnüre durch die Ringe gezogen werden, schneide ich 2 Schnüre ab und fixiere die Enden mit dem Feuerzeug, so kann sich nichts auflösen.
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Der Schönheit wegen wickle ich noch etwas Band um die vernähten Stellen und vernähe alles gut. Jede PP-Schnur, die ihr abschneidet muss unbedingt mit dem Feuerzeug versiegelt und fixiert werden.
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Wenn das auf beiden Seiten erledigt ist ist das Nasenstück fertig:
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Kommen wir nun zum Kinnriemen. Ihr benötigt Biothane (ich verwende ca. 80cm), eine Buchschraube, zwei Schlaufen und eine Doppelstegschnalle. Ich stanze an einem Ende der Biothane die Löcher für die Schnalle (die noch nicht befestigt wird)…
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… und am anderen Ende der Biothane die Löcher zum Schließen des Kinnriemens.
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Nun fädelt ihr 2 Schlaufen auf den Nasenriemen und zieht ihn durch die jeweils hinteren Ringe eures Sidepull-Nasenstücks. Hier werden die Enden wieder durch die Schlaufen gezogen, damit der Kinnriemen in Form bleibt.
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Anschließend könnt ihr die Schnalle befestigen, die Buchschraube schließt ihr am besten mit einem Schraubenzieher. (Bitte achtet darauf, dass die Schnalle außen liegt und eurem Pferd nicht in das Kinn drückt!)
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Schnalle schließen und fertig ist der Kinnriemen! In dieser Form könnt ihr euer Sidepull bereits in eure Standardzäumung einsetzen, wenn ihr möchtet. Ich habe nun noch das restliche Kopfstück gebastelt.
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Ich verwende für das Backen- und Genickstück ca. 140cm, da ich die Befestigung an den Sidepullringen und die Befestigung der Doppelstegschnalle miteinrechne, sowie die Möglichkeit, das Sidepull auch zu vergrößern.
Als erstes schneidet ihr euer (in meinem Fall) 140cm großes Stück an einer beliebigen Stelle durch, hier kommt die Schnalle dazwischen, um die Größe zu variieren. Ich habe die linke Seite gewählt. An das kurze Stück habe ich die Doppelstegschnalle befestigt und in das Lange Stück die Löcher gestanzt.
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Anschließend kommen an beide Stücke, an den jeweils anderen Enden Löcher für die Conwayschnallen.
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Mit den Conwayschnallen befestige ich das Kopfstück am Sidepull. (Genau wie den Kinnriemen am hinteren Ring, achtet bitte auch hier darauf, dass der Dorn der Schnalle nach außen zeigt und euer Pferd nicht sticht!)
Eure Zügel schnallt ihr in die 2 Ringe ein, die nicht mit den Backenstücken verbunden sind. So könnt ihr theoretisch schon losreiten! Mein Sidepull sieht auf dem Foto noch etwas schief aus, das liegt einfach daran, dass die Biothane noch etwas fest ist, das gibt sich mit der Zeit.
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Ich habe mich noch für einen Stirnriemen aus Biothane (befestigt mit 2 Buchschrauben) und einen geflochtenen Kehlriemen aus PP-Schnur entschieden. Hier ist der Kreativität keine Grenze gesetzt😉

Bis dahin, viel Spaß beim Nachbasteln!
Jule


Meine Materialien:

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Tipp: Westernreiten Onlineserie

Hallo ihr Lieben,

Heute möchte ich euch auf eine tolle Westernreiten Onlineserie auf Youtube hinweisen.
Serenity Horses veröffentlicht regelmäßig Videos zum Thema Westernreiten, in denen sie sehr präzise erklärt und aus verschiedenen Perspektiven filmt. Ich finde es gelingt ihr sehr gut, das wesentliche einzufangen und hierbei trotzdem verständlich zu bleiben und nicht zu kompliziert zu werden. Die Videos sind wirklich empfehlenswert, für (Wieder-)Einsteiger ist es eine tolle Vorbereitung auf die Reitstunde und für Fortgeschrittene stellen diese Videos sicherlich eine gute Wiederholung und einen Anreiz zum Überprüfen der eigenen Hilfengebung dar.
Die Videos reichen von den Basics wie Anhalten und Losreiten über Seitwärts bis hin zur Vorbereitung eines Rollback!

Hier mal ein Beispielvideo zum Thema Seitwärts gehen:

Die komplette Videoserie „Lets Ride“ von Serenity Horses findet ihr hier: Serenity Horses – Training

Nun also viel Spaß beim Anschauen und Lernen!
Jule

Buchtipp: Mark Rashid – Denn Pferde Lügen Nicht

20160723_145552 Als ich mir das Buch „Denn Pferde lügen nicht“ von Mark Rashid bestellt habe, war ich voller Hoffnung auf seitenweise Tipps und Tricks, wie man achtsam mit seinem Pferd umgehen kann. Als es dann schließlich da war, habe ich mich erstmal gewundert, als ich es auspackte und das Gefühl hatte, einen Roman in der Hand zu halten. Seitenweise Geschichten und hier und da mal ein gezeichnetes Bild.
Es war eineutig nicht geeignet um mal schnell etwas nachzublättern und die Lösung schlechthin zu finden und so machte ich mich dann in aller Ruhe ans Lesen… und hörte nicht mehr auf! Ich war so gefesselt von den Geschichten von Mark Rashid, dass das Buch schneller durchgelesen war, als jedes meiner Pferdebücher zuvor! Die Geschichten die er schreibt, handeln von seinen pferdigen Erfahrungen. Von seiner Kindheit als kleiner Junge, der regelmäßig einen alten Mann auf seiner Ranch besuchte und diesem bei der Arbeit mit den Pferden half. Von seinem Erwachsenenleben, als Trainer, Trailführer und ähnlichem. Es geht viel darum, dass eigene Verhalten zu reflektieren und den Blickwinkel der Pferde einzunehmen. Es steckt unglaublich viel Wissen über den Umgang mit Pferden in diesen Geschichten. Ich kann euch sagen, aus keinem anderen Pferdebuch habe ich bislang so viel mitgenommen wie aus diesem!
Also nein – es ist kein Buch, das man aufblättern und schnelle Tipps bekommen kann. Für mich ist es viel mehr: Es ist ein Buch, welches dir langfristiges Wissen liefert, zum Nachdenken anregt und eine empathische Grundhaltung dem Pferd gegenüber vermittelt.
Seither ist „Denn Pferde lügen nicht“ mein absolutes Lieblingsbuch, dass ich oft verleihe und eigentlich jedem Pferdemenschen weiterempfehle. Die Investition lohnt sich!

Viel Spaß beim Schmöckern,
Jule


Interessantes zu Mark Rashid:

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Mit Pferden flüstern? – Meine Gedanken

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In diesem Artikel geht es um das teils belächelte, teils bestaunte Phänomen der „Pferdeflüsterer“.
Ich gebe hier meine subjektive Meinung zu diesem Thema preis und kein wissenschaftlich fundiertes Wissen. Es geht in diesem Artikel nicht um das Korrigieren sogenannter „Problempferde“, sondern schlicht um das, was ich unter „Pferdeflüstern“ im alltäglichen Umgang mit dem eigenen Pferd verstehe.

Meiner Meinung nach ist es ist das Zuhören, das behutsame Wahrnehmen seiner Umwelt, das sensible Einwirken auf das Pferd, was einen zum „Pferdeflüsterer“ macht. Es ist eine Haltungssache, vielleicht geht es einfach darum, an das Gute in jedem Pferd zu glauben.Vertraut euren Pferden und respektiert sie. Glaubt ihnen, nehmt sie ernst.
Pferde können nicht Lügen.

Pferde kommunizieren mit kleinsten Gesten und es ist unsere Aufgabe, diese verstehen zu lernen. Wir müssen achtsam sein, wenn wir mit unseren Pferden arbeiten. (Mehr zum Thema Achtsamkeit im Umgang mit dem Pferd HIER) Wir müssen lernen die Stimmung unserer Pferde zu deuten, zu erkennen wenn sie Unbehagen, Schmerz o.ä. empfinden. Nur wenn wir achtsam auf ihre Bedürfnisse eingehen, lernen unsere Pferde, dass wir verstehen was sie „flüstern“, dass wir ihnen zuhören. Mit einem verständnisvollen, empathischen Umgang können wir das Vertrauen zu unseren Pferden stärken. Pferde sind Fluchttiere, sie brauchen Vertrauen um sich sicher zu fühlen, sie müssen wissen, dass wir beschützende Partner sind. Ebenso wichtig wie Verständnis und Empathie ist Konsequenz im Verhalten, also nicht „heute so morgen anders“. Wir müssen klar sein. So werden wir vorhersehbarer und unsere Pferde können besser verstehen, was wir uns von ihnen wünschen.
Wenn unsere Pferde einmal nicht tun, was wir uns von ihnen wünschen, könnte es sein, dass wir uns nicht klar ausgedrückt haben. Es können kleine, mikroskopische Fehler unsererseits sein, die zu Missverständnissen führen. Ebenso wie Pferde sehr feine Gesten nutzen, nehmen sie auch an uns sehr feine Gesten und Bewegungen wahr. Es ist unbedingt notwendig, dass ihr mögliche Fehler bei euch sucht, hinterfragt euer Verhalten bis ins kleinste Detail. (Wenn euch das schwer fällt, sucht euch jemanden, der euch beobachtet und euch beim reflektieren hilft, oder filmt euch selbst und versucht das Videomaterial möglichst objektiv auszuwerten.) Ein Blick unsererseits in die falsche Richtung, das neigen unseres Oberkörpers uvm. können falsche Signale senden. Machen unsere Pferde nicht, was wir uns von ihnen wünschen, haben sie uns wahrscheinlich nicht richtig verstanden. Vielleicht haben wir nicht exakt erklärt, was wir erwarten, oder aber nicht kleinschrittig und geduldig genug. Vielleicht ist uns auch entgangen, dass in der Umgebung eine große Ablenkung herrscht und wir an einem ruhigeren Ort viel besser hätten üben können. Pferde machen nicht mit Absicht „Fehler“ und ich bin davon überzeugt, dass man alles ohne Strafen erreichen kann. In meinen Augen versucht ein „Pferdeflüsterer“ dem Pferd die Welt so zu erklären, dass es diese begreifen kann und berücksichtigt die Gefühle und Signale des Pferdes bei der Arbeit. Es geht um Vertrauen, Verständnis, Geduld und es geht um Respekt. Und hier meine ich den Respekt des Menschen dem Pferd gegenüber! Im Internet und in unterschiedlicher Literatur geht es sehr oft um den Respekt, den das Pferd dem Menschen gegenüber zeigen soll und es werden die unterschiedlichsten „Anleitungen“ zum Erreichen dieses Respekts angeboten. Aber vergesst bitte nicht, dass auch ihr eurem Pferd mit Respekt begegnen solltet!

Liebe Grüße,
Jule



Interessantes zum Thema Pferdeflüstern:

 Interessantes zum Thema Respekt:

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Die Suche nach dem Sinn der Laden

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Laden nennt man die zahnfreien Abstände zwischen den Schneide- und den Backenzähnen in einem Pferdegebiss – ebenso wie in allen anderen Pflanzenfressergebissen auch. Den meisten werden die Laden als der Freiraum im Maul bekannt sein, in den das Gebissstück gelegt wird – stimmt auch.

Aber habt ihr euch schonmal Gedanken darüber gemacht, weshalb ein Pferd diesen zahnlosen Zwischenraum überhaupt hat?

Ich habe mir darüber den Kopf zerbrochen und versucht es herauszufinden, aber das war eine ziemlich mühsame Suche, von der ich euch berichten möchte. Versteht mich nicht falsch, ich stelle die Sinnigkeit der Anatomie des Pferdemauls nicht in Frage. Jedoch möchte ich es besser verstehen und nachvollziehen können. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich kein tiermedizinisches Fachwissen habe und somit wird dies kein Fachartikel, dieser Artikel versucht in einfachen Worten zu beschreiben, was ich bei meiner Suche für Informationen gefunden habe.
Angefangen habe ich mit dem Recherchieren im Internet. Sämtliche Pferdezahnärzte beschreiben sehr detailiert die Anzahl und Einteilung der verschiedenen Zähne im Pferdemaul und auch, dass es da eine Lücke gibt – aber der Grund für diese Lücke wird nie beschrieben. Neben hoffnungsschmälernden Zahnarztseiten traf ich dann immer wieder auf aberwitzige Kommentare wie „Das ist so, weil da das Trensgebiss reingehört.“ Ich hoffe mal darüber, dass dies nicht der Fall ist, sind wir uns alle einig.
Meine Suche ging dann weiter und ich blätterte mich durch das unglaublich dicke Biobuch eines befreundeten Biologiestudenten. Nagut, es waren ein Bild eines Pflanzenfresser-, eines Fleischfresser- und eines Allesfressergebisses abgebildet. Aber es stand nicht dabei, warum sie so aussehen, wie sie aussehen. Weiter zum nächsten Bekannten:  Veterinätmedizin-Student. Wir wälzten zwei seiner Anatomiebücher, ohne eine Antwort auf meine Frage. Überall fand man die Information, dass die Laden existieren, aber keiner wollte erklären, weshalb das so ist. Immerhin, wir fanden den lateinischen Fachbegriff heraus: „Margo interalveolaris“, was so viel bedeutet wie Zwischenraum. Mit diesem schicken Begriff fing dann also wieder das Googlen an, was uns zum nächsten Fachbegriff brachte, diesmal altgriechisch: „Diastema“, was ebenfalls Zwischenraum bedeutet und mir endlich eine Antwort brachte:

„Die Funktion des Diastems der Huftiere ist nicht genau geklärt. Unter anderem wird eine größere Bewegungsfreiheit der Zunge beim Weiterreichen der Nahrung von den Schneidezähnen zu den Backenzähnen bzw. generell bei der Manipulation der Nahrung im Mundraum angeführt. Ein anderer Erklärungsansatz besagt, dass das Diastem eher ein Ausdruck der nachlassenden Hebelwirkung mit zunehmender Länge des Hebelarms ist: Weil Mahlzähne relativ hohe metabolische Kosten verursachen, wäre bei langen Schädeln bzw. Kiefern eine Mahlfläche, die bis zu den Schneidezähnen reicht, unökonomisch.“ (Wikipedia)

Die Manipulation der Nahrung meint, das Verschieben z.B. quer liegender Halme, das mundgerecht Formen des Grasklumpens. Denn Pferde nehmen, wie ihr wisst viel Gras auf einmal auf und beißen bereits neue Halme ab, wenn die vorherigen noch nicht geschluckt sind. Es ist also erforderlich für eine gewisse „Ordnung“ im Mundraum zu sorgen und hierfür braucht es Platz.
Die ökonomisch eingesetzte Hebelwirkung möchte ich euch an dem folgenden Bild einer Schere verdeutlichen. Schneidet ihr ein dickes Stück Pappe und legt es an Position 1 an, braucht ihr viel Kraft und Mühe. Legt ihr das Stück Pappe aber an Position 2 an, so braucht ihr weniger Kraft und die Schere gleitet deutlich leichter durch die Pappe. Somit benötigt das Pferd weniger Kraft, wenn es die zu zermahlende Nahrung weiter hinten, nahe am Kifergelenkt kaut. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass die Backenzähne weiter hintern im Maul liegen.

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Weiterhin fand ich heraus, dass die Laden ein sehr empfindlicher Bereich im Pferdemaul sind. Es liegt nur eine sehr dünne Schleimhautschicht über dem scharfen Kieferknochen. Die Laden sind nicht durch das Zurückbilden von Zähnen entstanden: Die Backenzähne sind durch die evolotionäre Veränderung des Pferdes nach hinten gewandert.
Eine endgültige Antwort über den Sinn der Laden habe ich nicht gefunden. Allerdings ist klar geworden, dass sie aus einem bestimmten Grund entstanden sind. Sie erfüllen eine Funktion, die bisher noch nicht ausreichend erforscht zu sein scheint.
Mit diesem Artikel möchte ich euch animieren über den Tellerrand zu schauen. Nur weil etwas „einfach da ist“, „schon immer so war“, oder weil „das alle anderen auch so machen“ ist es nicht richtig zu Handeln ohne Nachzudenken. Was heißt das im Bezug auf die Laden? – Ich weiß, sie haben einen Sinn und ich weiß, sie sind empfindlich. Auch wenn ich ihre Funktion nicht komplett aufklären konnte, möchte ich auch mit diesem kleinen, unscheinbaren Körperteil des Pferdes achtsam umgehen. Achtsamkeit bedeutet hier für mich, mir nach und nach Wissen anzueignen und auch kleine Körperteile wahrzunehmen und kennen zu lernen und für mich persönlich fiel schon vor langem der Entschluss gebisslos zu reiten.

Alles Liebe,
Jule


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